Juna ist eine 7-jährige Spanische Wasserhündin – fröhlich, kontaktfreudig, clever und eigentlich für fast alles zu haben. Ihr dichtes, lockiges Fell ist wunderbar weich und lädt zum Streicheln ein. Typisch für ihre Rasse verliert sie nur wenig Haare, was gerade im therapeutischen Setting angenehm sein kann. Sie liebt Menschen, gemeinsame Aktivitäten und Aufgaben, bei denen sie auch ihren Kopf einsetzen kann. Besonders gerne apportiert und schwimmt sie – und alles, was mit Suchen und Schnüffeln zu tun hat, begeistert sie.
Für mich beginnt professionelle tiergestützte Therapie damit, den eigenen Hund wirklich gut zu kennen. Ich muss Junas Körpersprache lesen, ihre Signale wahrnehmen und einschätzen können, was für sie gerade möglich ist – welche Form von Kontakt, wie viel Nähe und für wie lange.
In der gemeinsamen Arbeit bin ich deshalb immer präsent und aufmerksam. Ich nehme Juna und mein Gegenüber wahr – und ebenso das, was zwischen uns dreien entsteht. Denn tiergestützte Therapie lebt für mich von dieser besonderen Interaktion: Mensch, Hund und Therapeutin bilden ein Beziehungsdreieck, in dem jeder auf den anderen reagiert und die Begegnung mitgestaltet.
Hunde können Kontakt erleichtern, zum Sprechen, Lachen oder Bewegen anregen, beruhigen, motivieren und einen Zugang ermöglichen, wo Worte manchmal nicht ausreichen. Diese besonderen Begegnungen können für Kinder und Erwachsene mit psychischen Erkrankungen, für Menschen mit Behinderungen sowie für ältere Menschen und Menschen mit Demenz wertvolle Impulse setzen.
Mir ist dabei wichtig, nichts zu erzwingen. Begegnung darf entstehen – in dem Tempo und in der Form, die für Mensch und Hund in diesem Moment stimmig sind.