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Tiergestützte Therapie mit Hund - Juna der Therapiehund

Tiergestützte Therapie – mit Juna

Wenn die Dritte im Raum mit dem Schwanz wedelt

Manchmal beginnt eine Sitzung, bevor das erste Wort gesprochen ist. Die Tür geht auf, Juna hebt den Kopf, ihr Schwanz setzt sich in Bewegung und plötzlich ist da ein Lächeln, wo eben noch Anspannung war. Solche Momente erlebe ich immer wieder. Sie zeigen mir, wie viel sich zwischen Menschen und Tieren ganz ohne Umwege ereignen kann.

In diesem Beitrag möchte ich Ihnen meine Kollegin auf vier Pfoten etwas näher vorstellen und erzählen, warum die Arbeit mit ihr für mich so gut zu meinem kunsttherapeutischen Ansatz passt.

Wer ist Juna?

Juna ist eine sieben Jahre alte Spanische Wasserhündin. Wer sie kennenlernt, bemerkt zuerst ihr Fell: dicht, lockig und so weich, dass die Hände fast von selbst hineingreifen. Danach fällt ihr Wesen auf. Juna ist fröhlich, neugierig, klug und für fast jede gemeinsame Unternehmung zu haben.

Am glücklichsten ist sie, wenn sie etwas zu tun hat. Apportieren, Schwimmen und vor allem alles, was mit Suchen und Schnüffeln zu tun hat, bringt sie zum Strahlen. Juna will nicht nur gestreichelt werden. Sie will mitdenken, mitspielen, mitgestalten.

Begegnung ohne Bewertung

Was macht einen Hund in der Therapie so wertvoll? Für mich liegt ein wesentlicher Teil der Antwort in der Art, wie Juna Menschen begegnet. Sie fragt nicht nach Diagnosen, Leistungen oder der richtigen Formulierung. Sie reagiert auf das, was gerade da ist: auf eine ruhige Hand, eine einladende Geste, eine Stimme.

Diese Unmittelbarkeit öffnet Türen. Menschen, denen Sprechen schwerfällt, finden über Juna einen Zugang. Kinder, die sich zurückziehen, beginnen zu erzählen, weil sie Juna etwas zeigen wollen. Ältere Menschen und Menschen mit Demenz erinnern sich beim Streicheln an eigene Tiere, an Geschichten, an sich selbst. Und manchmal wird einfach gelacht – was heilsamer sein kann, als man denkt.

Das Dritte im Raum

In der Kunsttherapie arbeite ich mit einem Beziehungsdreieck: Klient*in, Therapeutin und das Gestaltete. Das Bild, die Tonfigur, die Collage wird zu einem Gegenüber, an dem sich etwas zeigen darf, das in Worten noch keinen Platz hat.

Mit Juna entsteht ein ähnliches Dreieck – mit einem entscheidenden Unterschied. Dieses Dritte ist lebendig. Juna nimmt wahr, antwortet, macht Vorschläge, verweigert manchmal auch etwas. Die Begegnung wird dadurch beweglicher und überraschender. Niemand weiß ganz genau, was als Nächstes passiert. Gerade darin liegt eine große Chance: Wer mit Juna arbeitet, übt, sich auf ein Gegenüber einzulassen, das eigene Impulse mitbringt.

Spiel als Tür zur Kreativität

„Der Mensch spielt nur, wo er in voller Bedeutung des Wortes Mensch ist, und er ist nur da ganz Mensch, wo er spielt.“
Friedrich Schiller

Juna erinnert uns daran, wie selbstverständlich Spielen sein kann. Und im Spiel steckt der Ursprung von Kreativität: ausprobieren, sich überraschen lassen, eine neue Lösung finden.

In der gemeinsamen Arbeit kann das ganz unterschiedlich aussehen. Vielleicht verstecken wir etwas, und Sie beobachten, wie Juna mit ihrer Nase die Welt erkundet. Vielleicht überlegen Sie sich eine eigene Suchspur für sie. Vielleicht entsteht ein Bild darüber, wie Juna die Welt wohl sieht – oder darüber, was Sie in der Begegnung mit ihr über sich selbst entdeckt haben. Juna und das Gestalten schließen sich nicht aus, sie ergänzen sich.

Juna darf auch Nein sagen

Professionelle tiergestützte Therapie beginnt für mich damit, den eigenen Hund wirklich zu kennen. Ich achte in jeder Sitzung auf Junas Körpersprache und darauf, was für sie gerade stimmig ist: wie viel Nähe, welche Form von Kontakt, wie lange. Braucht sie eine Pause, bekommt sie eine.

Das gilt für beide Seiten. Nichts muss erzwungen werden – weder von Ihnen noch von Juna. Begegnung darf in dem Tempo entstehen, das für Mensch und Hund in diesem Moment passt. Diese Haltung ist kein Nebenaspekt, sondern der Kern der Arbeit: Wer erlebt, dass Grenzen geachtet werden, kann sich leichter öffnen.

Für wen ist die Arbeit mit Juna gedacht?

Tiergestützte Therapie kann Kindern und Erwachsenen mit psychischen Erkrankungen wertvolle Impulse geben, ebenso Menschen mit Behinderungen, älteren Menschen und Menschen mit Demenz. Auch für Einrichtungen, die tiergestützte Angebote in ihren Alltag holen möchten, kann die Zusammenarbeit mit Juna eine Bereicherung sein.

Ob und in welcher Form die Arbeit mit Juna für Sie passt, klären wir gemeinsam in einem ersten Gespräch.

Juna freut sich auf neue Begegnungen

Wenn Sie neugierig geworden sind, melden Sie sich gerne bei mir. Mehr über meinen Ansatz erfahren Sie auf der Seite Tiergestützte Therapie – oder Sie schreiben mir direkt über das Kontaktformular.

Vielleicht wedelt Juna ja schon bald auch für Sie mit dem Schwanz.

Ihre Isolde Schediwy